
MONATSKICK #2
Der Fußball kennt keinen Stillstand - und wir auch nicht. Während die Bayern ihren Platz in der Liga verteidigen und Kimmich sich als Passmaschine etabliert, verändert sich der Fußball ständig. Die Coerver-Pyramide war einmal das Maß aller Dinge - heute ist es nur noch ein Puzzleteil im großen Bild der Trainingsmethodik. Und auch die Academy hält Schritt mit der Zeit. Bleib nicht zurück, sondern hol dir den Monatskick, den du brauchst.
THEMA DES MONATS
Hacke, Coerver, Eins-Zwei-Drei?
Jeder kennt diesen einen Spieler: Füße schnell wie eine Gazelle, bunte Schuhe, vermeintliche Dribblings à la Neymar – doch der Blick ist ständig auf den Boden gerichtet. Am Ende tanzt er sich in die Ecke, verliert den Ball und beschwert sich, dass niemand mitspielt. Böse Zungen würden behaupten, das sei das Resultat der Coerver-Schule.
Noch nie gehört? Dann wird's Zeit! Spaß beiseite – wir kennen das Coerver-Training auch erst, seit wir uns intensiver mit moderner Trainingsmethodik beschäftigt haben. Gelesen haben wir das Ganze übrigens in Timo Jankowskis Buch „Taktische Periodisierung im Fußball“. Falls du tiefer in die Materie eintauchen möchtest, lohnt sich ein Blick in seine Ausführungen. Oder du machst es dir einfach. Lies einfach, was wir uns dazu gedacht haben.
Wer ist Wiel Coerver?
In den 70er-Jahren entwickelte der Niederländer Wiel Coerver eine Trainingsmethode, die Spielern eine außergewöhnliche Ballkontrolle vermitteln sollte. Sein Ansatz: Wer den Ball in jeder Lage perfekt beherrscht, kann sich auf dem Spielfeld kreativ entfalten und wird zum dominierenden Spieler. Diese Methode verbreitete sich weltweit – besonders in der Nachwuchsarbeit. Heute gilt Coerver als einer der einflussreichsten Fußballlehrer überhaupt. Doch wie genau funktioniert sein Ansatz - und wie zeitgemäß ist diese Idee noch?
Pyramiden bauten nicht nur die Ägypter
Das Coerver-Training folgt einer klaren Struktur, die oft als Pyramide dargestellt wird. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf. Die Grundlage bildet die Ballbeherrschung – ohne sie geht nichts. Spieler lernen, den Ball mit beiden Füßen perfekt zu kontrollieren und jederzeit unter Kontrolle zu halten. Darauf aufbauend folgt das Passspiel, also das präzise Passen und Annehmen des Balls, um einen sicheren Spielfluss zu gewährleisten. Im nächsten Schritt stehen Dribblings und Eins-gegen-Eins-Situationen im Fokus: Spieler sollen lernen, sich mit geschickten Bewegungen gegen ihre Gegenspieler durchzusetzen.
Doch was nützt Technik ohne Geschwindigkeit? Deshalb spielt Schnelligkeit eine zentrale Rolle. Hier geht es darum, technische Abläufe mit maximalem Tempo auszuführen. Direkt darüber steht das Abschluss-Training, denn schließlich bringt die beste Technik nichts, wenn am Ende der Ball nicht im Netz landet. Die Spitze der Pyramide bildet schließlich das gruppentaktische Zusammenspiel – also das Übertragen aller erlernten Fähigkeiten auf das Mannschaftsspiel. Denn am Ende gewinnt nicht der beste Ballzauberer, sondern das beste Team.
Die DNA des modernen Fußballs
Easy peasy lemon squeezy. Also einfach die Pyramide nach oben trainieren und jede Woche 'nen Dreier eintüten? So einfach ist es leider nicht. Wir leben in einer Fußballwelt, in der Pressing, Umschaltmomente und Explosivität regieren. Wer eine Sekunde zu lange am Ball klebt, wird sofort von drei Gegenspielern verschluckt.
Wir sind uns mit Herrn Coerver einig: Wer heute im Weltfussball bestehen will, muss über eine Ballkontrolle verfügen, die auch unter höchstem Druck noch funktioniert. Aber Hand aufs Herz: Musiala dribbelt nicht nur so elegant, weil er in der U8 Coerver-Drills gemacht hat, sondern auch weil er das Spiel versteht. Ballbehandlung allein macht noch keinen Weltmeister. Ohne Spielintelligenz bleibt auch die schillerndste Ballbehandlung eine brotlose Kunst.
Wo Licht ist, ist auch Schatten
Hier liegt der Hund begraben: Das Coerver-Training kann eine Waffe sein – wenn es richtig eingesetzt wird. Der Ansatz legt enormen Wert auf isolierte Technikübungen. Das fördert zwar individuelle Fähigkeiten, doch es fehlt oft der Bezug zum Spiel. Ein Dribbler, der zwar perfekt mit dem Ball umgehen kann, aber keine taktischen Entscheidungen trifft oder das Teamspiel nicht versteht, wird nie sein volles Potenzial entfalten.
Deshalb sollte das Ganze immer in Verbindung mit anderen Trainingsansätzen stehen, die Spielformen, Entscheidungsfindung und Gruppen- oder Mannschaftstaktik mit einbeziehen. Technik ist das Fundament – aber ohne Spielintelligenz bleibt es eben nur schöner Schein. Wie bei allem im Fußball gilt: Balance ist der Schlüssel. Wer es schafft, die wichtigsten Bestandteile der Coerver-Pyramide mit spielnahen Elementen zu kombinieren, gibt seinen Spielern die besten Werkzeuge an die Hand. Man sollte das Runde nicht nur bewundern, sondern auch ins Eckige befördern.
MACHER DES MONATS
Gamechanger #JK1
In unserer neuen Rubrik „Gamechanger“ stellen wir die Spieler vor, die den entscheidenden Unterschied auf dem Spielfeld ausmachen. Sie setzen nicht nur die taktischen Vorstellungen des Trainers um, sondern lenken das Spiel aktiv und prägen den Verlauf. Den Anfang macht ein Spieler, der seit Jahren das Herzstück des FC Bayern bildet: Joshua Kimmich.
Der FC Bayern unter Vincent Kompany
In dieser Saison läuft es beim FC Bayern wieder deutlich besser – das Team wirkt stabiler und fokussierter. Ob es am Ende für die Meisterschaft reicht, wird sich noch zeigen. Doch eines ist klar: Der Verein hat mit Vincent Kompany einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Der neue Trainer hat bereits eine erste entscheidende Maßnahme getroffen: Er hat Kimmich wieder auf die Sechs zurückgeholt, auf die Position, auf der er sich so wohlfühlt, dass er bei jeder Versetzung nach rechts hinten fast aussah, als hätte man ihm gerade das Mittagessen weggenommen. Doch wie wichtig ist diese „neue, alte“ Rolle für das Spiel der Bayern?
Kimmich als Herzstück
Die Zahlen sprechen für sich. Kimmich ist nicht nur ein unermüdlicher Arbeiter im Mittelfeld, sondern auch der Motor des gesamten Spiels. Mit den meisten Pässen der Liga prägt er das Spiel der Bayern maßgeblich. Mit seinen präzisen Zuspielen zieht er das Spiel nicht nur in die Breite, sondern forciert immer wieder die Tiefe und schafft so Räume für seine Mitspieler. Vor allem die Flexibilität, mit der er das Spiel vorantreibt, bringt das Positionsspiel der Bayern auf ein neues Niveau - und das wiederum wird in Torgefahr umgemünzt.
Auch die defensive Stabilität der Münchner hat sich in dieser Saison verbessert. Kimmichs Präsenz auf der Sechs sorgt nicht nur für eine bessere Abstimmung in der Restverteidigung, sondern auch für mehr Ballsicherheit in der Offensive. Das wirkt sich direkt auf die gesamte Defensive aus und sorgt für mehr Sicherheit und Kontrolle auf dem Platz. Wir werfen 2 Euro ins Phrasenschwein und halten fest: Angriff ist manchmal doch die beste Verteidigung.
Taktik ist wie Kimmich - muss zu den Spielern passen
Die Entscheidung von Vincent Kompany und seinem Trainerteam, Kimmich als Dauerläufer wieder auf die Sechserposition zu stellen, war ein kluger Schachzug. Kimmich stabilisiert nicht nur die Defensive, sondern ist auch der Schlüssel zur Umsetzung der offensiven taktischen Ideen des Trainers. Seine Vielseitigkeit und Spielintelligenz machen ihn zu einem unverzichtbaren Spieler im Bayern-System.
Ein wichtiges Learning für Trainer: Taktik darf nicht in starren Rollen verhaftet sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, dass die taktischen Ideen zu den Spielern passen und ihnen ermöglichen, ihre Stärken voll auszuspielen. Spieler dürfen nicht in vorgefertigte Rollen gepresst werden – vielmehr sollte die Taktik ihre individuellen Qualitäten ausschöpfen und weiterentwickeln.
KABINENGEFLÜSTER
Wir sind nicht alleine!
Auch wir haben wieder einige Neuigkeiten im Gepäck. Die wichtigste von allen: Wir sind nicht allein. Wir können stolz verkünden, dass wir jetzt mit den Jungs und Mädels von trainr. zusammenarbeiten. Das passt gut. Denn genau wie wir, sind auch sie der Meinung, dass die Trainerausbildung heutzutage nicht nur flexibel, sondern auch digital und leicht zugänglich sein muss.
Da wir also nicht nur die gleichen Visionen, sondern auch die gleichen Themen haben, werden wir bald ein paar gemeinsame Projekte auf die Beine stellen. Das wird nicht nur für uns spannend – auch für euch. Wenn ihr wissen wollt, was als Nächstes kommt (und wer will das nicht?), lasst einen Follow auf Insta da. So bleibt ihr immer auf dem Laufenden. Und keine Sorge, alle werden profitieren. Wirklich alle – auch ihr, die gerade diesen Text lesen. Wenn nicht, tut einfach so, als ob.
Und was gibt’s sonst noch?
Natürlich haben wir weiter fleißig an der Academy geschraubt. Nichts Großes, nur ein paar Kleinigkeiten hier und da. Schließlich muss man ja immer irgendwie beschäftigt wirken. Der Workflow-Kurs ist auch fast fertig, er befindet sich gerade im letzten Feinschliff. Wir hatten so „ganz nebenbei“ angekündigt, dass der Kurs im Februar kommt. Ob wir zu viel versprochen haben? Wer weiß. Vielleicht. Aber hey, falls es klappt, können wir ihn in der nächsten Woche raushauen. Ihr kennt das ja: Alles kann, nichts muss. Es ist wie der Frühling: Vielleicht kommt er schon nächste Woche, oder erst Ende März. Wer kann schon sagen, wie es läuft?
ABPFIFF
Stillstand ist Rückschritt
Der Monat hat uns eines wieder klar gemacht: Stillstand ist der wahre Feind, sei es im Fußball, bei uns in der Academy oder in jedem anderen Bereich des Lebens. Wer nicht bereit ist, sich ständig weiterzuentwickeln, wird von der Zeit überholt. Genau diese Bereitschaft zur Veränderung und zum Lernen treibt uns an, ständig zu verbessern und neue Ideen umzusetzen.
Mit unserer Zusammenarbeit mit trainr. öffnen sich uns neue Türen, und die Academy wird noch stärker darauf ausgerichtet sein, den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Denn eines ist sicher: Nur wer flexibel bleibt und die Fähigkeit besitzt, alte Denkmuster zu durchbrechen, wird erfolgreich sein. Egal, ob als Spieler, Trainer oder als Team, wir müssen uns immer wieder hinterfragen und uns anpassen, um die nächste Stufe zu erreichen. Veränderung ist der Schlüssel – und nur wer bereit ist, sich immer wieder anzupassen, wird nicht von den anderen überholt.
Fußball war schon immer ein Spiel der Weiterentwicklung – für Spieler, Trainer und all jene, die von der Idee träumen, irgendwann in diese Fußstapfen zu treten. Um das mitunter komplexe Wesen des Spiels zu verstehen, muss man bereit sein, immer wieder neue Perspektiven einzunehmen und seinen Horizont zu erweitern. Denn nur so kann man in der Welt des Fußballs wirklich etwas bewegen und zu den Erinnerungen beitragen, die noch lange nachhallen.
Da uns deine Weiterentwicklung am Herzen liegt, haben wir ein kleines Geschenk für dich: Mit dem Code „MONATSKICK15“ sparst du diesen Monat 15% auf alle unsere Weiterbildungen. Ob Einzelkurs oder Komplettpaket – du entscheidest, wie du dein Wissen vertiefen möchtest.
Gut Monatskick!